Auf dieser Seite möchten wir Ihnen innerhalb des gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs das Fach Erdkunde vorstellen. Sie erhalten hier Informationen zu fachlichen Inhalten, zu besonderen Regelungen, Projekten, Förderangeboten und Initiativen sowie - soweit vorhanden - fachlich relevante Verweise zu interessanten Angeboten im Netz.

Inhaltliche Hinweise
Fächerprofil
Ags, Projekte und Initiativen
Verweise

Fachsprecher

Max Benner


 

Grundsätzlich sind für die inhaltliche Gestaltung des Fachs Erdkunde die durch das Hessische Kultusministerium gestalteten und beschlossenen Lehrpläne der entsprechenden Bildungsgänge verbindlich. Unter den folgenden Links können Sie sich einen Überblick verschaffen:

Die Lehrpläne zum Download

Lehrplan für die Hauptschule
Lehrplan für den Realschule
Lehrplan für das Gymnasium

 

Die Erdkunde zwischen Vorurteilen und realem Anspruch

Das Schulfach Erdkunde/Geografie wird in der Öffentlichkeit häufig als ein Fach angesehen, in dem es scheinbar nur um die Vermittlung von topografischem Wissen gehe und was daher auf niedrigem Anspruchsniveau betrieben werde. (Wo befindet sich diese oder jene Stadt? Wo mündet jener Fluss? Wie hoch ist ein bestimmter Berg? Wo gibt es Bergbau, wo Eisen- und Stahlerzeugende Industrie? usw.) Die Beantwortung dieser Fragen ist jedoch nur ein geringer Bestandteil des heutigen Erdkundeunterrichts. Eine Reduzierung des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Erdkunde auf diesen Aspekt wird der Bedeutung des Faches nicht gerecht.

Im Vordergrund steht, dass Schüler/innen lernen, natürliche Vorgänge und durch den Menschen hervorgerufene Entwicklungen in verschiedenen Regionen der Erde zu verstehen sowie die damit einhergehenden Probleme zu erkennen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Dies ergibt sich aus dem Arbeitsgebiet der Geograpfie als wissenschaftliche Fachdisziplin, die die physischen (natürlichen) Faktoren (z. B. Gestein, Klima, Boden, Vegetation, Wasserhaushalt) und die Einflüsse des Menschen auf einzelne Räume der Erde (Land-, Ozeanflächen) erforscht. Dem-entsprechend unterscheidet man zwischen Physischer Geografie (Naturgeografie) und Anthropo-geografie mit ihren Teildisziplinen Wirtschafts-, Bevölkerungs- und Siedlungsgeografie.

Aufgaben der Erdkunde

Aufgabe des Erdkundeunterrichts ist es, die Besonderheiten verschiedener Regionen der Erde zu vermitteln. Dabei geht man zunächst vom Nahraum aus und gelangt später über Deutschland zu den Räumen Europas und der Welt. Wegen der geringen Wochenstundenzahl, die der Erdkunde zur Verfügung steht, kann dies nur beispielhaft an ausgewählten Ländern und Regionen erfolgen (Unterrichtsinhalte siehe unten).

Wie oben erwähnt, stehen einmal die Naturfaktoren bei dem Kennenlernen von Naturräumen und ihrer Entstehung im Mittelpunkt des Unterrichts. Hierzu gehören die Kräfte des Erdinnern, die auf ungebändigte Weise an bestimmten Stellen der Erdkruste Vulkane und Gebirge erschaffen, die Erde erzittern lassen oder Kontinente über tausende Kilometer verschieben. Ebenso verheerende Auswirkungen auf Mensch und Natur haben die atmosphärischen Kräfte, die Wettererscheinungen wie Stürme und Tornados entstehen lassen. Die unterschiedlichen Einstrahlungsverhältnisse der Sonne sind Ursache für die Klima- und natürlichen Vegetationszonen und Windsysteme.

Vorwiegend sind jedoch die vom Menschen, vor allem als wirtschaftendes Wesen, umgestaltete Landschaften Gegenstand des Unterrichts. Dazu zählen z. B. Agrar-, Industrie-, Erholungs- und städtische Siedlungsräume, die bestimmte soziale, geschichtliche und wirtschaftliche Strukturen widerspiegeln und daher immer wieder Veränderungen unterliegen. Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen, sollen die folgenden Erläuterungen dienen.

Menschliches Handeln hat seit Beginn der Jungsteinzeit landschaftsverändernde Wirkung gezeigt. Mit der Seßhaftwerdung des Menschen entstanden ländliche Siedlungen und landwirt-schaftliche Nutzflächen, die sich später zu Agrarräumen ausdehnten. Später entwickelten sich städtische Siedlungen als Zentren des Handwerks, des Handels und der Verwaltung. Die Industri-alisierung im 19. Jhd. brachte eine weitere bedeutende Umgestaltung des Raumes mit sich. Agrarlandschaften veränderten sich teilweise in Industriegebiete; Ballungsräume mit hoher Arbeitsplatz- und Wohndichte entstanden.

Die Interessen und Bedürfnisse des Menschen in der industriellen und nachindustriellen Gesell-schaft führten und führen zu immer neuen Ansprüchen an die Landschaft (u. a. Erholungsräume, Verkehrsflächen, naturbelassene Gebiete), die zwangsläufig in Interessenkonflikten münden müssen. So hat die Politik in Verbindung mit der Raumplanung (ein weiteres Teilgebiet der Geografie) z. B. zu entscheiden, ob in einem bestimmten Gebiet die Schaffung von Industrie- und Dienstleistungsbetrieben, die Ausweisung eines Freizeitgebietes oder eines Naturschutzgebietes vorrangig ist.

Wichtig für die Ansiedlung von Industrien und Dienstleistungsbetrieben sind deren Standortbe-dingungen (z. B.: Gibt es Abnehmer für die hergestellte Ware? Gibt es Arbeitskräfte? Wie hoch sind die Lohnkosten und wie hoch die steuerlichen Belastungen? Gibt es eine überregionale Verkehrsanbindung?) So entscheiden die Antworten diese Fragen darüber, ob sich ein Unterneh-men für oder gegen den Bau eines Betriebes, für die Aufrechterhaltung des Standortes oder eine Standortverlagerung entscheidet. Mit einem Wandel der Standortbedingungen geht auch ein Wandel in der Landschaft einher. Industrieflächen fallen brach, Arbeitsplätze fallen weg, Teile der Bevölkerung wandern ab. Gleichzeitig ist dieser Prozess eine Chance für die Entwicklung und Niederlassung zukunftsorientierder Betriebe und für eine Neugestaltung von Regionen.

Hierbei spielt nachhaltiges Handeln eine immer wichtigere Rolle, um nicht den sich stets wandelnden Lebensräumen die natürlichen Lebengrundlagen zu entziehen.

 

Bedingungen der Erdkunde

Die Erdkundelehrer sind immer bemüht den oben genannten Aufgaben gerecht zu werden, was jedoch aufgrund des geringen Stundenumfanges - das Fach musste mehrfach Stundenkürzungen hinnehmen - immer schwieriger geworden ist. Der Unterricht ist 1stündig pro Woche; in Klasse 10 ist kein Erdkundeunterricht vorgesehen; in Klasse 12/13 kann Geografie freiwillig zusätzlich gewählt werden; in Klasse 11 wird das Fach seit diesem Schuljahr als Wahlkurs angeboten. So können nur exemplarisch, teilweise auch nur oberflächlich Einblicke in die Vielfalt von Räumen gegeben werden, eine räumliche Gesamtorientierung gibt es nicht. Vor diesem Hintergrund sind auch die Unterrichtsinhalte des Erdkunde-Lehrplans zu sehen.

 

Unterrichtsinhalte in den Jahrgängen

Im Einzelnen sind für die Klassen 5-9 folgende Themenbereiche vorgesehen:

Förderstufe:
Leben und Arbeiten im Heimatraum; Umweltprobleme im Heimatraum; Küste/Hochgebirge in Deutschland; ausgewählte europäische Räume; Klimazonen Europas

Klasse 7:
Vulkanismus, Erdbeben u. Gebirgsbildung, Theorie der Plattentektonik; Erde im Weltall; Gradnetz der Erde

Klasse 8:
Entstehung der Jahreszeiten; Klima- und Vegetationszonen; Auswirkungen von Eingriffen in den Naturhaushalt (tropischer Regenwald/Savanne mit Schwerpunkt Afrika und Südamerika);

Klasse 9:
Wirtschaftsraum Rhein-Main; Strukturwandel us-amerik. Industriegebiete; Entwicklungen und Probleme asiatischer Wirtschaftsräume (Japan, China oder Indien); Raumplanung oder Entwicklungsprobleme in Afrika an Beispielräumen.


In der Oberstufe soll das zuvor erworbene Wissen vervollständigt und vertieft und die Raum-wirksamkeit von natürlichen Faktoren und menschlichem Handeln in Raumanalysen untersucht werden:

Klasse 11:
Theorie der Plattentektonik; Kreislauf der Gesteine; globale und regionale Windsysteme; Klimazonen; Klimawandel; Aufbau und Entstehung von Böden; Strukturanalyse des Nahraumes: Natur- und Kulturraum, Probleme einer Stadt (Verkehr, Wasser u. a.), Industrie, Energie, Umwelt

Klasse 12:
Deutschland, Raumordnung; Strukturprobleme und -wandel (Standortfaktoren in der Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungsbereich); industriewirtschaftliche Großräume in Europa, Russland, amerikanische Pazifikküste

Klasse 13:
Entwicklungsländer (Strukturmerkmale, Entwicklungstheorien); Sahelzone oder Innertropen (Projektarbeit); China und Japan - künftige Zentren des Welthandels?

 

Ziele der Erdkunde

Die Ziele des Erdkundeunterrichts sind ohne Erlebnisse vor Ort, Anschauung in der Natur nicht zu erreichen. Dazu dienen unterrichtsbegleitende Exkursionen. Um die Kosten zu minimieren, werden sie klassenübergreifend durchgeführt. Für diese außerschulichen Aktivitäten sind im Jahresplan bestimmte Termine vorgesehen. Bisher durchgeführte Exkursionen führten die Schüler u. a. in die Vulkangebiete der Eifel, zum Vogelsberg (Thema: Vulkanismus), nach Frankfurt zu Standorten mit besonderer stadt- und wirtschaftsgeografischer Bedeutung (Präsentation von Teamarbeiten vor Ort), in das Ruhrgebiet mit Bergbaumuseum Bochum und Centro in Ober-hausen unter dem Thema „Strukturwandel in einem altindustrialisierten Raum“, in das Braun-kohle-Tagebaugebiet der Niederrheinischen Bucht zwischen Köln, Mönchengladbach und Aachen (Thema: Umwelt und Energie).

Informationen zusammengestellt
von Dr. Manfred Kopp

 

Exkursion in das Land der Vulkane

Exkursionen im Erdkunde-Bereich - wie wäre es einmal in "das Land der Vulkane"? Schauen Sie es sich an und erfahren Sie mehr.

 

Fachliche Verweise, die lesenswert und hilfreich sind:

WEBGEO - Geographie online lernen
erdkunde-wissen.de
Die GeoBine - Erdkunde für Kinder
Welt-in-Zahlen.de
physische Geographie
Wetterschule - Schulbuch Grundkurs
Hubbo - das Erdkunde-Action-Game

Hauptstädte lernen in Europa
allgemeinbildung.ch > Geographie

 

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