Auf dieser Seite möchten wir Ihnen innerhalb des gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs das Fach Geschichte vorstellen. Sie erhalten hier Informationen zu fachlichen Inhalten, zu besonderen Regelungen, Projekten, Förderangeboten und Initiativen sowie - soweit vorhanden - fachlich relevante Verweise zu interessanten Angeboten im Netz.

Inhaltliche Hinweise
Fächerprofil
Ags, Projekte und Initiativen
Verweise

Fachsprecher

Antje Kötter


 

Grundsätzlich sind für die inhaltliche Gestaltung des Fachs Geschichte die durch das Hessische Kultusministerium gestalteten und beschlossenen Lehrpläne der entsprechenden Bildungsgänge verbindlich. Unter den folgenden Links können Sie sich einen Überblick verschaffen:

Die Lehrpläne zum Download

Lehrplan für die Hauptschule
Lehrplan für den Realschule
Lehrplan für das Gymnasium

 

Weitere inhaltliche Vorgaben an der Ricarda-Huch-Schule

 

Der Geschichtsunterricht wird in den Jahrgangstufen 5 bis 13 unterrichtet, Umfang, Inhalte und deren Verteilung folgen den  Vorgaben des HKM.

Förderstufe - Drei Fächer in einer Hand

In den Jahrgangstufen 5 und 6 ist das Fach Geschichte eingebettet in den Gesellschaftslehrebereich (GL) und wird von einer Lehrkraft im Verbund mit Erdkunde und Po-Wi (Politik und Wirtschaft) unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler können sich so langsam an die für sie neue Vielzahl an Fächern und das Fachlehrerprinzip gewöhnen.

Um die historische Dimensionen von Zeit, Raum, Vergangenheit fassbar zu machen, geht der Anfangsunterricht Geschichte von der eigenen Lebensgeschichte und Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler aus. Von hier führt der Blick zurück auf den Alltag früherer Kulturen. Schwerpunkte bilden die Steinzeit, Hochkulturen am Beispiel Ägyptens, die Geschichte der Griechen und Römer.

Praktisch-anschauliche Zugangsweisen erleichtern den Schülerinnen und Schülern das Verstehen der Vergangenheit. 

 

Sekundarstufe I

In den Jahrgangstufen 7 bis 1o wird Geschichte nach den Lehrplänen der einzelnen Schulzweige nun als selbständiges Fach unterrichtet. Themenschwerpunkte ergeben sich aus den zu behandelnden Zeiträumen ausgehend vom Mittelalter bis hin zur jüngsten Vergangenheit.

Aufbauend auf die in der Förderstufe erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten und anknüpfend an die bereits durchschrittenen Zeiten wird die Auseinandersetzung mit dem, was uns zeitlich und räumlich fern ist und darum oft so fremd erscheint, fortgesetzt. Darin liegen ebenso die Erklärungen für das Werden unserer Gegenwart wie für die eigene kulturelle Prägung und Standortgebundenheit. Dies zu erkennen, ist eine Leistung des Geschichtsunterrichts, der damit wesentlich zum gegenseitigen Verständnis und dem Zusammenleben in einer multikulturell geprägten Welt beiträgt.

 

Sekundarstufe II

In der Sekundarstufe II wird der Geschichtsunterricht zweistündig in der Einführungsphase und dreistündig in den Grundkursen der darauf folgenden Qualifizierungsphase unterrichtet. Für den Leistungskurs Geschichte stehen fünf Unterrichtsstunden pro Woche zur Verfügung.  

Ziel des Geschichtsunterrichts ist es, die Schülerinnen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen, die über ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein verfügen und so auch in der Lage sind, aktuelle gesellschaftliche Diskussionen kritisch zu begleiten und zu durchschauen. Die Schülerinnen und Schüler sollen vor allem aber die historische Bedingtheit unserer heutigen Welt erkennen, die Ergebnis langer Entwicklungsprozesse ist. Geschichte kann so zur Erklärung der Gegenwart beitragen. Durch die Beschäftigung mit fernen Zeiten und anderen Kulturen leistet der Geschichtsunterricht aber auch einen Beitrag zur eigenen Persönlichkeits- und Identitätsbildung. Gerade in der Auseinandersetzung mit anderen Kulturen wird deutlich, wie sehr auch der Einzelne durch die Geschichte seiner Region, seines Volkes und den europäischen Kulturraum geprägt ist. Die eigene Standortgebundenheit und Relativität des eigenen Denkens wird sichtbar. Die Einübung in multiperspektivisches Denken soll dazu beitragen, sich selbst, die eigene Einstellung und das eigene Verhalten immer wieder kritisch zu hinterfragen. Der Geschichtsunterricht legt so eine wichtige Grundlage für das Zusammenleben und den Dialog der Kulturen in der globalen Welt.

 



Fahrt der 10. Gymnasialklassen zur Gedenkstätte Wewelsburg

Im Zuge des Geschichtsunterrichts fahren unsere 10. Gymnasialklassen nach Abschluss der Einheit über den Nationalsozialismus für zwei Tage zur Gedenkstätte Wewelsburg bei Paderborn. Die Wewelsburg bietet den Schülerinnen und Schülern einen ganz besonderen Einblick in das Thema, da man hier sowohl die Täter- , als auch die Opferperspektive untersuchen kann.

Die Wewelsburg diente in den Jahren 1933-1945 der SS als Stützpunkt und sollte nach der Anweisung von Heinrich Himmler in ein ideologisches Zentrum der „Schutzstaffel“ der NSDAP umgebaut werden. Zunächst war geplant, eine Schule für SS-Offiziere einzurichten. Jedoch veränderte sich die Rolle der Wewelsburg zunehmend. Im Laufe der 1930er Jahre sollte auf der Burg ein zentraler und von der Außenwelt abgeschnittener Versammlungsort für die höchsten SS-Mitglieder entstehen. Zwei Räume im Nordturm der Burg zeugen noch heute von diesen Plänen: der „Obergruppenführersaal“ und die „Gruft“. Heute gibt es im Dokumentationszentrum eine mehrgliedrige Dauerausstellung, die sich eingehend mit der Organisationsstruktur, der Ideologie und den Verbrechen der SS beschäftigt.

Die Wewelsburg war auch Schauplatz von Zwangsarbeit und Leiden, denn man richtete in unmittelbarer Nähe des Ortes Wewelsburg ein Konzentrationslager ein, das KZ Niederhagen-Wewelsburg. Viele der dort inhaftierten Häftlinge mussten für den Umbau der Burg Zwangsarbeit leisten. Die Dauerausstellung zeigt die Lebensverhältnisse der Häftlinge im Lager, den Umgang der Bevölkerung mit den Häftlingen und lässt Überlebende zu Wort kommen.

Nicht zuletzt bietet der Ort selber eine interessante Perspektive zur Frage nach dem Umgang mit der Vergangenheit, da zum Beispiel auf dem Gelände des ehemaligen Lagers eine Wohnsiedlung entstanden ist, die aber die Spuren der Vergangenheit nicht ganz beseitigen kann.

Unsere Schülerinnen und Schüler arbeiten am ersten Tag in Kleingruppen unter der Anleitung von Pädagogen der Gedenkstätte an den unterschiedlichen Perspektiven, die die Wewelsburg bietet. Wenn das Wetter es zulässt, gibt es abschließend einen geführten Rundgang durch das Gelände des ehemaligen Lagers. Am zweiten Tag nehmen die Schülerinnen und Schüler an einem Workshop zum Thema Rechtsradikalismus Teil, da die Wewelsburg auf Grund ihrer besonderen Rolle für die SS noch heute von Neonazis und Anhängern der SS besucht wird. Wie die Gedenkstätte damit umgeht ist Teil dieses Workshops.

Untergebracht werden die Schülerinnen und Schüler in der Jugendherberge, die sich ebenfalls in der Burg befindet.

 

Orientierungskurs Geschichte

Im Zuge der Profilbildung bietet die Ricarda-Huch-Schule in der Jahrgangsstufe 11 (E-Phase) einen Orientierungskurs Geschichte an. Ziel dieses Kurses ist es, interessierten Schülerinnen und Schülern die Arbeit im Leistungskurs Geschichte näherzubringen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf den methodischen Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler im Laufe der Oberstufe erlernen müssen, um erfolgreich das Abitur zu bestehen. So werden unter anderem Analyse und Interpretation verschiedenster Quellenarten, wie Textquellen, Bildquellen, Karikaturen oder Reden, geübt und gefestigt. Des Weiteren kann ein Schwerpunkt auf selbstständiger Projektarbeit liegen, um den Schülerinnen und Schülern das freie Arbeiten an Originalquellen näher zu bringen.

Der Kurs findet im 2. Halbjahr statt und wird zweistündig unterrichtet. Es wird eine Klausur geschrieben, deren Note zu 1/3 in die Endnote eingeht. Die restlichen 2/3 setzten sich aus der mündlichen Mitarbeit zusammen.

 

Geschichte vor Ort

Geschichtliche Ereignisse, wie sie im Geschichtsunterricht erarbeitet werden, scheinen häufig nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich weit von uns entfernt zu sein – in Rom, in Frankreich, in den USA, in Berlin oder München.
Aber

  • in welcher Weise waren die Menschen in Gießen (und Umgebung) von jenen scheinbar fernen Ereignissen betroffen?
  • wie und warum hat sich die Stadt im Laufe der Zeit  verändert?
  • wie war das, in Gießen zu leben? Vor beispielsweise 100, vor 80, vor 60 Jahren?

Schülerinnen und Schüler, die sich für diese und ähnliche Fragen interessieren und historische Themen (vor allem der letzten 200 Jahren) gerne selbstständig erarbeiten möchten, sind richtig im Profilkurs „Geschichte vor Ort“ für den Jahrgang 11.

Themen und Arbeitsmethoden sollen  gemeinsam unter Berücksichtigung der Wünsche der Teilnehmer festgelegt werden.

Beispiele für thematische Schwerpunkte:

  • Gießen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (also zur Zeit Georg Büchners).
  • Gießen im Dritten Reich.
  • Unsere Schule und ihre Namensgeberin Ricarda Huch.
  • Die jüdischen Schülerinnen der Dreißiger Jahre.
  • Die Zerstörung Gießens im Bombenkrieg und der Wiederaufbau.
  • Flüchtlinge und Vertriebene in Gießen und im Umland.

 

Fachliche Verweise, die lesenswert und hilfreich sind:

Kreismuseum Wewelsburg
Jugendherberge Wewelsburg

 

© RHS Giessen 2008