Auf dem Weg zu einer neuen Lernkultur

Umsetzung des Reformprogramms nach Dr. Heinz Klippert in Hessen

Lernen, so die Kritik von Fachleuten und Betroffenen, heißt auch heute häufig noch erklären, zuhören, mitschreiben und wiedergeben. Wissen wird serviert, geschluckt, verdaut und spätestens nach dem Test vergessen. Aber eine Gesellschaft im Wandel verlangt auch eine sich wandelnde und lernende Schule. Schulen können diese Aufgabe im Kontext vielfältiger neuer Anforderungen jedoch nicht allein bewältigen.



Daher hat das Hessische Kultusministerium gemeinsam mit dem Hessischen Landesinstitut für Pädagogik (HeLP) im Schuljahr 200112002 das Reformprojekt „Erweiterung der Methodenkompetenz" gestartet. Für die erste Phase sind 120 Schulen in Hessen ausgewählt worden, die von Trainerinnen und Trainern über einen mehrjährigen Zeitraum begleitet werden. Dr. Heinz Klippert hat 70 hessische Lehrerinnen und Lehrer in einer zweijährigen Ausbildung auf diese Aufgabe vorbereitet.

Zentrale Ziele dieser Initiative sind die Verbesserung der Unterrichtsqualität durch umfangreiche Begleit- und Fortbildungsmaßnahmen, die Erweiterung der Methodenkompetenz der Schüler und Lehrer und die Stärkung des eigenverantwortlichen Arbeitens und Lernens als Grundlage für ein erfolgreicheres schulisches und lebenslanges Lernen soweit die qualifizierte Vorbereitung auf neue Prüfungsanforderungen.

Alle teilnehmenden Schulen arbeiten in Schulgruppen zusammen, die von festen Trainertandems begleitet werden. An diesen Schulen bilden sich Steuerungsteams, die verantwortlich sind für die Umsetzung des Projektes an ihren Schulen. In Begleitseminaren werden sie hierfür qualifiziert. Von jeder Schule nehmen außerdem ausgewählte Lehrerteams an den Fortbildungsseminaren „Methodentraining", „EVA im Fachunterricht", „Kommunikationstraining" und „Teamentwicklung im Klassenzimmer' teil.

Die in den Fortbildungen erworbenen Kenntnisse werden in Trainingswochen und -tagen systematisch anSchülerinnen undSchülerweitervermittelt. In schulübergreifenden und schulinternen Fachworkshops erarbeiten die Fachteams der Schulen Unterrichtsmaterialien zu gängigen Lehrplanthemen, um die neuen Methoden und Lerntechniken systematisch in die Fächer zu integrieren.

Neue Formen der Elternarbeit, eine veränderte schulische Konferenzkultur sowie verschiedene Formen der Evaluation sind weitere wichtige Bausteine des Programms.

Hessisches Landesinstitut für Pädagogik

 

© RHS Giessen 2008