Giessener Anzeiger vom 7.12.2005

Hohes Engagement auch außerhalb der Schulzeit

Ricarda-Huch-Schule präsentiert "Entrechtung und Vernichtung der europäischen Juden"

Trialog der Kulturen

 

GIESSEN (soh). "Entrechtung und Vernichtung der europäischen Juden" lautet der Titel einer Ausstellung, die Schüler der Ricarda-Huch-Schule(RHS) zusammengestellt und nun der Öffentlichkeit im Treppenhaus der Schule präsentiert haben. Dazu erarbeiteten sie auch eine Lesung.

Es ist mittlerweile gute Tradition an der RHS, zum Gedenken an die Reichspogromnacht besondere Aktionen oder Projekte durchzuführen. Seit 1999 veranstaltet die RHS zum Gedenken an die schrecklichen Ereignisse vom 9. November 1938 diese Aktionen.

So hatte sich die Schule im vergangenen Jahr an einer öffentlichen Gedenkveranstaltung zum 9. November beteiligt und vor drei Jahren an dem Erinnerungstag "60 Jahre Deportation" mitgewirkt. "Bei diesem Projekt war es aber insofern etwas besonderes, da ein großer Teil der mitwirkenden Schüler sich wirklich aus eigener Initiative für die Planung des Projektes begeistert hatte und viele Stunden außerhalb der Schulzeit für diese Ausstellung investierte", erzählte die Geschichtslehrerin Brigitte Itzerott, die gemeinsam mit drei Kolleginnen das Projekt betreut hatte.

Schüler des Leistungskurses Geschichte der Jahrgangsstufe 13 sowie Schüler der Klasse 10b hatten sich nach den Sommerferien regelmäßig getroffen, um an der Präsentation zu arbeiten. Dabei kümmerten sich einige der 18 Schüler um die Gestaltung der Plakate, während die übrigen Texte für die Lesung zur Eröffnung ausgewählten und bearbeiteten. Insgesamt wurden 15 Texttafeln und 21 Bilddokumente verwendet.

Schulleiter Richard Breidert zeigte sich bei der Ausstellungseröffnung beeindruckt von dem Engagement der Schüler. "Ich denke, dass die Projektgruppe in vorbildlicher Weise einen Raum für diese Ausstellung gefunden hat", meinte er hinsichtlich der Präsentation im Treppenhaus der Schule.

Die Ausstellung zeige, dass die Menschen sich immer wieder die Mechanismen der Unterdrückung vergegenwärtigen müssten.

"Wir dokumentieren mit unserem Engagement gerade als Schule, dass wir uns der speziellen Verantwortung der Deutschen bewusst sind, und dass wir Verantwortung tragen, uns immer für die unverbrüchlichen Menschenrechte einzusetzen", sagte er.

Die Lesung wird nochmals am 9. November bei der Gedenkfeier zur Reichspogrom-nacht vor der Kongresshalle um 18 Uhr vorgetragen.

 

 

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