Giessener Anzeiger 15.02.2006

Wissen um Glauben des Anderen vertiefen

Kalender der Religionen" an der Ricarda-Huch-Schule verteilt - Überblick über die Festtage der Mitschüler

Trialog der Kulturen

 

GIESSEN (rsj). Der "Kalender der Religionen" ist an der Ricarda-Huch-Schule verteilt und in allen Klassen- und Kursräumen aufgehängt worden. Der Kalender der Religionsgemeinschaften im Landkreis Gießen und ihre Feste/Feiertage ist vom Pfarramt für Ökumene in den Ev. Dekanaten Grünberg-Hungen-Kirchberg, Pfarrer Bernd Apel, herausgegeben worden. Damit haben alle Schüler und Lehrer die evangelischen, katholischen, syrisch-orthodoxen, islamischen, jüdischen, buddhistischen und bahaistischen Feiertage täglich vor Augen. Somit hat jeder nicht nur einen Überblick über seine eigenen Festtage, sondern auch über die seiner Mitschüler, denn Schüler aller dieser Bekenntnisse besuchen die Schule.

Ziel der Schule ist es, mit dieser Aktion das Wissen über die unterschiedlichen Religionen und Kulturen zu vergrößern, vielfältige Diskussionen anzuregen und den "Trialog der Kulturen" - Judentum, Christentum, Islam - zu einem zentralen Bestandteil des Schullebens weiter zu entwickeln. Zu diesem Thema arbeitet die Schule auf Einladung der Herbert-Quandt-Stiftung im laufenden Schuljahr besonders intensiv.

Die Schülerinnen Büsra Bilgin, Hannah Ohlmeyer und Franziska Peters aus der Jahrgangsstufe 12, die gemeinsam mit Mitschülern, mit einigen Eltern und Lehrerinnen und der Schulpfarrerin im "Trialog-Team" die Arbeit der Schulgemeinde koordinieren und weiterentwickeln, haben den "Kalender der Religionen" zusammen mit den Religions- und Ethiklehrern in die Klassen gebracht und vorgestellt.

"Wir drei haben uns entschlossen das Ziel der Schule zu unterstützen, den Dialog zwischen Juden, Christen und Muslimen zu fördern und Schüler unterschiedlicher Herkunft, Religion und Nationalität an einen Tisch zu bringen", erklärte Franziska ihren Mitschülern. Sie verwiesen auf die bisherige interreligiöse Arbeit der Schule: "Es fanden schon viele Aktivitäten in den vorangegangenen Jahren an unserer Schule statt, die von Lehrern und Schülern aller Kulturen gemeinsam gestaltet wurden. Zum Beispiel die der Gedenkfeier zum 9. November an der Kongreßhalle, Lesungen in der Bücherei oder Ausflüge und Projekttage", sagte Büsra. Nicht fehlen durfte ihr Hinweis auf das unter anderem aus Mitteln der Quandt-Stiftung eingerichtete Informationszentrum in der Schülerarbeitsbibliothek: "Das rotgerahmte Regal ist mit Lexika, Magazinen, Sachbüchern und Literatur aus Religion und Kultur des Islam, des Christentums und des Judentums bestückt." Und schließlich in Bezug auf den "Kalender der Religionen" forderte Hannah dazu auf: "Hängt ihn doch einfach im Klassenraum bei euch auf und ihr seid jederzeit gut informiert für die kommende Projekt- und Gruppenarbeit rund um dieses Thema."

Quelle: Gießener Anzeiger

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