Giessener Anzeiger, 30.06.2006

"Liebe ist alles" als Fazit dreier Religionen

Besucher erlebten "Trialog" der besonderen Art - Ricarda-Huch-Schüler organisieren Veranstaltung in Pankratiuskapelle

Trialog der Kulturen

 


Einleitende Worte des Direktors Ricard Breidert

 


Ansprache der Projektleiterin
Brigitte Itzerott

 


Songvortrag: Dust in the wind
(Rolf Weinreich und Partnerin)

 


Rede des Schuldezernenten
Dr. Volker Kölb

GIESSEN (höm). Eine Veranstaltung der ganz anderen Art erlebten die Besucher in der Pankratiuskapelle Gießen. Die Ricarda-Huch-Schule hatte zusammen mit der Christlich-Islamischen Gesellschaft zum "Trialog" eingeladen. "Den Anstoß dazu, sich des Themas verstärkt anzunehmen, nämlich einer Annäherung an jüdische, christliche und muslimische Religionen und Kulturen, war die Ausschreibung eines Wettbewerbs durch die Herbert-Quandt-Stiftung", so die Projektleiterin Brigitte Itzerott.

Der Begrüßung durch Schulleiter Richard Breidert und Pfarrer Peter Ohl folgte die Einführung in die Wettbewerbsarbeit und die Ausstellung in der Kapelle. Mit dem Kansas-Klassiker "Dust in the wind" und musikalisch untermalt von einem hebräischem Lied führte Schulpfarrerin Sabine Roth-Nagel das Publikum durch das abwechslungsreich gestaltete Programm. "Bereits seit September 2005 haben Schüler, Lehrer und Eltern die Zusammenarbeit mit allen drei Religionsgemeinschaften ausgebaut und gefestigt", betonte Itzerott stolz.

Ob im Politikunterricht zum Thema "Migration", in Geschichte zu "Jerusalem - Symbolstadt dreier Religionen" oder im Religionsunterricht zum "Judentum", zahlreiche Plakate seien aus diesem Jahr hervorgegangen, die noch bis zum kommenden Sonntag in der Pankratiuskapelle ausgestellt werden. Ebenfalls im Schulunterricht erarbeitet wurde die Aufführung zu Lessings "Nathan der Weise", die die Besucher an diesem Abend zu sehen bekamen. Rückblickend, so stellt die Projektleiterin fest, sei der "Trialog" inzwischen ein fester Bestandteil des Schullebens und der Schulorganisation geworden. Abzulesen sei dies zum Beispiel an dem Stellenwert, den die interreligöse Seelsorge gewonnen habe und an der Gründung des interreligösen Elterngesprächskreises.

Auch Schuldezernent Dr. Volker Kölb, der in Vertretung von Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann anwesend war, stellte besonders heraus: "Wo, wenn nicht in der Schule, sollte man die Grundwerte Respekt und Toleranz lehren und lernen?" Ein weiterer Programmpunkt war das Verlesen einer gemeinsamen Erklärung von Juden, Christen und Moslems, die sich trotz vieler Unterschiede hinsichtlich ihrer Religion in einigen Ansichten dennoch einig sind. Ein zusätzlicher Stein für die Völkerverständigung und ein Grundstein, um die angefangenen Gespräche weiter zu führen, seien an diesem Abend gelegt worden, findet auch Dov Aviv, Vertreter der jüdischen Gemeinde in Gießen, der der Ricarda-Huch-Schule für den aufgebrachten Mut, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen, besonders dankte.

Interessierte können die Ausstellung noch heute von 16 bis 19 Uhr und am Samstag von 10 bis 13 Uhr besuchen. Die Veranstaltung endete mit einem musikalischem "Fazit", gegen das bestimmt keine Religion etwas haben könne, so die Veranstalter: "Liebe ist alles".

 

© RHS Giessen 2008